Wie Frauen die Welt verbessern

Frauen in Führungspositionen sind nach wie vor eine Minderheit, männliche Führungsteams prägen unsere Unternehmen. Das ist umso mehr verwunderlich, da zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass gemischte Teams in Unternehmen ein Erfolgsfaktor sind.

Laut der McKinsey-Studie “Delivering Through Diversity” etwa sind Unternehmen mit einem hohen Grad an Diversität eher überdurchschnittlich erfolgreich als andere. Besonders groß ist dieser Zusammenhang beim Frauenanteil im Topmanagement: Bei Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil ist die Wahrscheinlichkeit eines überdurchschnittlichen Abschneidens sogar 21 Prozent größer als bei anderen Unternehmen. In Deutschland ist der Effekt besonders deutlich: Bei deutschen Unternehmen mit einem hohen Anteil weiblicher Führungskräfte verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit eines überdurchschnittlichen Geschäftserfolgs.

Leider sieht die Realität meist anders aus: „In Österreich – und auch sonst überall – sind die Führungsetagen in der Wirtschaft nach wie vor in Männerhand: Der Anteil der Geschäftsführerinnen in den Top 200-Unternehmen lag 2017 bei nur 8,4 Prozent“, heißt es in dem Buch: „Mut zum Rollentausch“. „In der DACH-Region gibt es unter den CEO nur drei Prozent Frauen.“

Nachhaltig und weiblich

2015 wurde die 2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Diese enthält die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), welche soziale, ökologische und ökonomische Aspekte umfassen. Die Ziele sollen bis 2030 umgesetzt werden, doch die Ergebnisse des SDG-Rankings der deutschen Bertelsmann-Stiftung für das Jahr 2018 zeigen: Kein Land ist momentan auf dem Weg, alle Ziele bis zur gesetzten Frist zu erfüllen. Vor allem die G20-Staaten würden ihrer Vorbildfunktion kaum gerecht, so die AutorInnen.

Nicht nur Regierungen sind jedoch gefragt, die Nachhaltigkeitsziele umzusetzen, sondern auch Unternehmen. Viele erkennen bereits, dass langfristiger wirtschaftlicher Erfolg von ökologischen und sozialen Faktoren abhängig ist.

SDG 5 beispielsweise fordert Gleichberechtigung für Frauen und Männer sowie die Förderung der Chancen für Frauen – und tatsächlich sind Unternehmen mit gemischten Teams klar im Vorteil. „Better Leadership Better World“ ist der Name einer Studie, die zum Schluss kommt, dass Unternehmen, in denen Frauen genauso wie Männer das Sagen haben, die Nachhaltigkeitsziele schneller erreichen. „Frauen in Führungspositionen sind hochmotiviert, zu einer besseren Welt beizutragen“, heißt es dort. Und: „Gleichberechtigung am Arbeitsplatz trägt maßgeblich zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen bei.“

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Susanne Wolf, Journalistin und Buchautorin, erstellt.

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